Dr. C. J. Calleman kommentiert Emmerichs 2012
Categories: Allgemein, Maya Kalender - Tags: 2012, 21.12.2012, Apokalypse, Emmerich, WeltuntergangDas ist jetzt wohl der letzte Artikel, den ich über Emmerichs Blockbuster 2012 veröffentliche. Er erscheint mir wichtig, aber dann ist es gut.
Dr. C. J. Calleman, Biologe und Maya-Forscher, kommentiert Emmerichs 2012 (übersetzt von Barbara Swoboda)
“Der Maya-Kalender als eine seriöse Beschreibung eines kosmischen Plans ist natürlich in dem Blockbuster nicht erwähnt – auch nicht, dass das wirkliche Enddatum ein anderes sein muss als der 21. Dezember 2012. Tatsächlich kann ich aber nicht behaupten, dass sich der Film 2012 im Großen und Ganzen auf einem törichterem Niveau befindet als die meisten New Age Vorstellungen von einem Ereignis, das an dem bestimmten Tag 21. Dezember 2012 stattfinden soll (Polsprung, Nibiru, galaktische Anordnung oder Sonneneruptionen). In Wirklichkeit konnte von den alten Maya kein solches Ereignis vorausgesagt worden. Für viele, die nicht um die Ecke denken wollen, wurden solche Ereignisse zu urbanen Legenden, welche die Hollywoodler benutzt und im Wahnsinn zwischen Fiktion und Realität noch verstärkt. Was die alten Maya im Stande waren zu tun, war, die veränderlichen Energien wahrzunehmen und zu deuten. un das tun sie heute noch.” Dr. C.J. Calleman
Calleman: Letzte Woche hielt ich eine Präsentation auf einer Konferenz über 2012, die von der “Foundation for the Study of Cycles” in Albuquerque organisiert wurde. Da die Konferenz am Tag der Veröffentlichung von Roland Emmerich´s Film 2012 stattfand, gingen die meisten Teilnehmer zur Uraufführung nach Mitternacht des gleichen Tages, ich auch. Zu diesem Zeitpunkt war das Kino voll und das Publikum größer als das der 2012-Konferenz, wo die Leute die wahre Geschichte des Maya-Kalenders diskutierten. Wie zu erwarten war, gab es nichts Realitätsnahes in dem Film 2012 und, was auch bemerkenswert ist, scheint es keinerlei Anstrengung gegeben zu haben, es überhaupt richtig darzustellen. Der Film unterstützt die urbane Legende, dass die Maya vorausgesagt hätten, dass die Welt zu Ende gehen würde. Das ist natürlich nicht wahr. Die zeitgenössischen Maya sagen das nicht. Und es gibt auch keine alte Quelle der Maya die so etwas sagt. Stattdessen sagt die einzige existierende alte Mayainschriftzu dem Thema Endzeit, dass, wenn der Kalender zu Ende geht, neun Kräfte absteigen werden, und diese neun Kräfte sind es, woran seriöse Studierende des Maya-Kalenders interessiert sind. Folglich ist dies kein Film, den ich irgendjemanden empfehlen würde, aber da ich sehr in das Thema involviert bin, fand ich, dass ich ihn sehen musste. Ich sollte jedoch sagen, dass der Film nicht so furchterregend war, wie ich nach “Independence Day” erwartet hatte, der vom gleichen Regisseur in den neunziger Jahren gemacht worden war. “2012″ ist einfach ein Standardprodukt aus Hollywood mit den typischen Zutaten `Präsidentenkult` und `sentimentale Familiendramen`, der niemandem einen Grund gibt, tiefer über das Thema nachzudenken, und möglicherweise ist genau das sein Zweck. Er präsentiert jedoch einige Beobachtungen, die aus einer ernstzunehmenden Perspektive relevant erscheinen, wie die unsichere Situation des US-Dollars und der möglichen Erfordernis eines Schuldenerlasses. Und doch scheinen in diesem Film diese Phänomene nicht verbunden zu sein mit dem Maya-Kalender oder Ergebnissen eines kosmischen Plans.
Der Film 2012 scheint hauptsächlich den Zweck zu haben, die Menschen von der anhaltenden Transformation des Bewusstseins und der damit verbundenen sozioökonomischen Transformation abzulenken. Der beste Weg dies zu tun besteht darin, sich auf sogenannte Apokalyptischen Szenarien in den kommenden Jahren zu konzentrieren, von denen wir keinen Grund haben, sie zu glauben, was jedoch im Einklang mit dem Denken zu stehen scheint, mit dem viele Menschen fest verbunden sind.
Ein eigenartiges Ergebnis des Films, und die Tatsache dass der Maya-Kalender zumindest in einer Form im Mainstream zu sehen ist, besteht darin, dass akademische Wissenschaftler angefangen haben, sich dafür zu engagieren, seine Gültigkeit aufzudecken und die NASA sowie weitere Mayanisten haben eine Erklärung abgegeben, dass die Welt 2012 nicht zu Ende sein wird. Obwohl ich mit dieser Schlussfolgerung übereinstimme, erscheint es mir gelinde gesagt sonderbar, wenn ich darüber nachdenke, dass Astronomen oder Mayanisten, die niemals die Evolution des Bewusstseins erforscht haben, irgendetwas von Relevanz zu dieser Sache zu sagen haben könnten. Das Verstehen der neun Level der Evolution, wie es in der alten Beschreibung um das Enddatum beschrieben ist, genügt nicht um ein Experte in einer so besonderen wissenschaftlichen Disziplin wie Mayanismus zu sein. Was erforderlich ist, ist dass Sie einen holistischen Ansatz nehmen, der das Wissen um die historische und biologische Evolution in all seinen Aspekten integriert. Um das große Bild des Maya-Kalenders zu verstehen, müssen Sie in der Lage sein, die Muster der Evolution des Bewusstseins zu erkennen, und dies werden Sie keineswegs tun, indem sie Fernrohre zur Sonne oder dem Zentrum der Galaxie lenken. Folglich mögen diese Astronomen in der Lage sein eine galaktische Anordnung aufzudecken (was jedes Jahr geschieht und nichts besonderes für 2012 bedeutet), Nibiru oder einen Polsprung, jedoch sind sie sich nicht einmal bewusst, dass dies zunächst Fehlinterpretationen des Maya-Kalenders sind, der tatsächlich von der Entwicklung des Bewusstseins handelt.
Dieses Schattenboxen, bei dem astronomische Experten entlarven, wovon der Maya-Kalender nicht handelt, zeigt in welchem starken Griff der Materialismus die Menschen derzeit hat. Die Wissenschaftler der Hauptströmung und die Medien lassen sich einfach nicht auf ernsthafte Erforschung des Maya-Kalenders als ein Bewusstseinsphänomen ein, und fahren damit fort, das Datum 21. Dezember 2012 zu betonen, um die Menschen von der Miterschaffung einer Neuen Welt abzuhalten. Es ist so viel leichter, eine einfache Idee darüber zusammen zu brauen, was 2012 geschehen wird, wie eine gigantische Sonneneruption, eine galaktische Anordnung oder ein magnetischer Polsprung, als unsere höhere Absicht zu übermitteln und die Notwendigkeit, dass die Menschen mitwirken müssen an der Manifestation des kosmischen Plans, wenn er greifbar werden soll. Es bestätigt auch die Schwierigkeit, die Existenz eines Gottesplans zu übermitteln, der durch Quantenverschiebungen im Bewusstsein funktioniert und der nicht direkt messbar ist, jedoch frei von allen Auswirkungen ist, den diese über Milliarden von Jahren gehabt haben.
Es ist besorgniserregend wenn gesagt wird, dass Pläne existieren, nach denen Emmerich eine Art Fernsehserie zum Thema 2012 machen möchte, da diese sicherlich damit fortfahren würde, die Menschen im Dunkeln zu lassen über die sozioökonomische Transformation, die aus der Transformation des Bewusstseins hervorgehen soll. Nichtsdestotrotz reflektiert allein der Fakt, dass dieser Film gemacht wurde und dass ein wenig oberflächliches Wissen über den Maya-Kalender den Mainstream erreicht hat, die Tatsache, dass sich die Menschen zumindest zu einem bestimmten Grad bewusst werden, dass dieses Universum eine *Absicht hat. Hoffentlich werden viele damit fortfahren diese ernsthaft zu erforschen und erkennen, dass es in der Tat Hoffnung gibt für die Menschheit wenn wir willens sind, mit zu erschaffen.
Quelle: www.maya-portal.net/blog/carl/2012_movie
Carl Calleman
*Lesen Sie hierzu das neue Buch von Dr. Calleman:
THE PURPOSEFUL UNIVERS – Das Zielbewusste Universum
