Posted By monica on 22. Februar 2010
(Fortsetzung von 15. Februar 2010)
Journalistin Blog 2012: Was macht Sie glauben, dass Transformation stattfindet? Innere oder äußeres Erleben? Eigenes Unbehagen, die politisch-ökonomischen Entwicklungen auf der Welt, Erlebnisse, Autoren, Visionen oder Eingebungen?
Autorin (MC) : Ich glaube gar nichts, wenn die den dogmatischen Glauben ansprechen. Jede Art von Glauben hindert uns Menschen den eigenen Geist wach zu halten, um sich vor Täuschung und Selbsttäuschung zu schützen. Sie fragen hier keinen Maya-Anhänger, sondern eine Roman-Schriftstellerin, die sich mit dem, was sie schreibt, intensiv auseinandersetzt. Aber ich gebe zu, dass die Thesen von Dr. Calleman über den Maya Kalender aus meiner Sicht sehr viel Sinn machen und viele meiner persönlichen Fragen beantwortet haben. Ich gebe auch zu, dass mich das Auseinandersetzen mit dem Maya Kalender, allem voran dem grossen Bild, persönlich verändert hat.
Journalistin: Was mich interessiert: Woher kommt das Vertrauen in eine völlig fremde Kultur – eine untergegangene Kultur – niemand mehr da, dem man fragen kann, den man mit den eigenen wachen Sinnen erleben kann. Warum glaubt man nicht mehr der Denkweise der eigenen Eltern oder Großeltern (man hört ihre Stimme, ihren Ausdruck, hat ein Bild davon, wie sie wirklich leben) – sondern der einer verstorbenen und weit entfernt gelebt habenden Gruppe von Menschen? Menschen, die zum Beispiel nach allem was wir wissen, regelmäßig ihre Mitmenschen als Götteropfer dargebracht haben?
MC: Das kann ich pauschal nicht beantworten. Ich bin in meinem Leben immer wieder auf reife aber auch junge Menschen gestossen, die für mein Verständnis sehr weise waren. Mir fällt das z.B. bei meiner sizilianischen Schwiegermutter auf. Sie hat keine Bildung, unterwirft sich bedingungslos dem Mann und weiss trotzdem auf gewissen Fragen kluge Antworten, für die ich mindestens 5 Bücher lesen musste, bis ich die selben Erkenntnisse hatte. Auch in der alten Literatur finden wir unzählige Stellen, die das gleiche oder ähnliches vertreten. So gesehen war dieses Wissen um Geburt, Leben, Tod und Wandel seit Menschengedenken vorhanden. Ich denke, wir haben vor lauter Konzepten und Methoden einfach vieles vergessen, was uns Menschen ausmacht. Und jetzt geht es darum, das Gute davon wieder freizusetzen. Es geht auf keine Fall darum, die Maya zu verherrlichen oder über andere Weisheiten zu erheben, es geht darum, wieder Sensibilität für Fragen und Antworten zu entfalten, die nicht rein rationaler Natur sind.
Journalistin: Alles, was man weiß, beruht auf teilweise erhaltenen Schriften und Interpretationen – das ist spannend und inspirierend – aber dem inbrünstig folgen?
MC: Das muss man gar nicht. Es reicht vollkommen, wenn man sich und das Umfeld wieder neu wahrnimmt, achtsam ist, bewusst wird, bewusst wählt und die eigenen Potentiale freisetzt. Ich orientiere mich persönlich mehr am Wissen der Psycho-Energie als an irgendeinem Glauben. Psycho-Energie erforscht psycho-dynamische Strukturen unserer Zeit und Gesellschaft, ihre Energiequellen und ihre Wirkungen in Körper, Seele und Geist. Das scheint mir persönlich der bessere Weg, für die eigene Entwicklung. Der Mensch von heute und morgen will nicht nach Anleitung leben, sondern verstehen und einen individuellen Zugang zu Spiritualtität finden. Und genau damit befasst sich diese wissenschaftliche Disziplin. Ich meine, zum Beispiel um Gott und Christus weben sich tausend Geschichten, Lieder, Bilder – Feste wie Weihnachten. Und trotzdem tun sich viele schwer, daran zu glauben und vor allem danach zu leben. Die Interpretationen sind doch häufig pragmatisch.
Journalistin: Also die Frage muss lauten: Hat man verlernt zu glauben oder glaubte man bisher einfach das Falsche?
MC: Für mich ist die Frage, ob Vertrauen nicht besser ist als Glauben. Das Vertrauen auf Entwicklung, dass alles seinen Sinn hat und alles Transformation ist, hat mindestens mich im Leben weitergebracht. Ich habe Demut vor der Schöpfung entwickelt ohne die Wichtigkeit des Individuums und dessen Selbstverantwortung zu verkennen. Denn das, was wir, die Individuen, denken, sprechen und tun – schafft Zeitgeist und Gesellschaft und kreiert Realität.
Journalistin: Kommen Ihnen manchmal Zweifel an diesen Prophezeiungen (Transformation 2012) zu 2012?
MC: Was heisst hier Zweifel
Ich halte persönlich nichts von diesem Stigma um den 21.12.2012. Mein Roman heisst ja auch IRRTUM 2012. Aber ich bin überzeugt, dass wir in einem Wandel sind. Wie schnell oder langsam der sich vollzieht, entzieht sich sowohl meinen Kenntnissen als auch meinem Wunsch diese Kenntnis zu haben.
Journalistin: Nun haben Sie 2009 einen neuen Roman veröffentlicht. Er heißt “Irrtum 2012″. Wie kamen Sie darauf, einen Roman zum Thema 2012 zu schreiben?
MC: Das fing damit an, dass ich über ein Gespräch zwischen Dr. Dieter Broers und einem Maya-Kenner in YOUTUBE stolperte. Dann kaufte ich Bücher. Und zuletzt war es eines dieser Wunder. Es war mir einfach klar, dass ich das tun wollte, so klar, dass mich alle Widerstände nicht davon abhalten konnten.
Journalistin: Erzählen Sie uns bitte ganz kurz, worum es in dem Roman geht.
MC: Es geht genau um das was wir hier schon ein paar Minuten diskutieren. Was ist an dem Kalender dran? Sophia, die Hauptfigur, eine Frau Ende 40 steht vor einem Scherbenhaufen und versucht Ordnung in ihr Leben zu kriegen. Der Leser erfährt mit der Figur, wie sich ihr Leben auf unverständliche Weise überwirft und wie sie es schafft, diese dramatischen Ereignisse in den Kontext des weltweiten Chaos zu setzten. Die Geschichte Sophias zeigt, dass dieser Prozess des Loslassens und Neuordnens sowohl im Kleinen als auch im Grossen stattfindet, sprich Mensch, Natur, Systeme. Aber ich überlasse dem Leser viel Interpretationsraum. Der Roman soll unterhalten, evt. sensibilisieren aber keine Antworten auf irgend etwas geben. Die zweite Hauptfigur ist ein Professor, der sich aus Berufung mit dem Maya Kalender auseinandersetzt. Und dann gibt es ein besonderes Kind aber auch Liebe, Drama und ein klein wenig Philosophie.
Journalistin: Warum siedelt der Roman im Östlichen Mittelmeer?
MC: Der Roman beginnt auf einer verträumten Insel vor Sizilien, rein zufällig könnte man sagen – oder einfach deshalb, weil ich sie kenne und sie sich für das, was ich vor hatte, eignete. Dann spielt er in Zürich, weil ich diese Stadt am besten kenne. Eine Kamera fällt auf den Osten, weil die Ereignisse dort sehr viel mit der politischen Transformation zu tun haben. Das ist aber nicht die einzige Kamera auf turbulente Schauplätze. Eine andere ist auf USA, eine auf Naturkatastrophen und eine auf Pandemien gerichtet.
Journalistin: Sie sind Schriftstellerin und soweit ich es verstanden habe, ist Ihr großes Thema Spiritualität. Was bedeutet das für Sie? Wie kann man sich das vorstellen – spirituell – zu sein?
MC: Mein grosses Thema ist – Menschen, Leben und Entwicklung. Das beschreibt zugleich meine persönliche Spiritualität. Für mich ist es wichtig, dass Spiritualität individuell sein darf. Ich lehne jede dogmatische Haltung ab.
Journalistin: Sind wir zu sehr “down to earth”?
MC: “Down to earth” ist wunderbar – hier findet das Leben und die Entwicklung statt. Ich glaube nicht daran, dass endloses Meditieren uns weiter bringt, obwohl ich regelmässig meditiere. Der berühmte spirituelle Lehrer Jiddu Krishnamurti bringt das wunderbar auf den Punkt (Einbruch in die Freiheit, 30. Auflage 2007) Nirwana ist nicht mein persönliches Ziel – hingegen Herz und ein Blick auf die Fülle in uns und um uns, erfüllen mich zunehmend.
(Ende) (weiterlesen…)
Category: Maya Kalender, Spiritualität |
No Comments »
Schlagwörter: Maya, Spiritualität, Transformation