Tag Archive for: Belletristik

Keine Erklärung ist die ganze Wahrheit

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Sei achtsam mit Erklärungen; denn was erklärt werden kann, ist nie die ganze Wahrheit.

Aus Die Wahrheit ist ein pfadloses Land von Jiddu Krishnamurti, Aquamarin Verlag 2001.

Ich bin gestern gefragt worden, ob ich Lust hätte, ein Sachbuch zu schreiben. Ich verneinte in erster Linie aus dem Grund, weil ich die Wahrheit nicht kenne und daher keine nachhaltige Grundlage habe, um mich in einem Sachbuch festzulegen. Ich verfüge über ein wenig Wissen; aber warum es gerade dieses ist und nicht jenes, hat nur teilweise mit meinem Hintergrund zu tun. Meine reichhaltigen Erfahrungen verbinde ich kontinuierlich mit diesem geringen Wissen und manchmal passt nicht einmal das zusammen. Dann gibt es noch die Gefühlswelt, mit ihren Emotionen, Instinkten und Intuitionen, die mir oft mehr sagt, als das Wissen und die Erfahrungen zusammen – und doch nicht voneinander trennbar sind. Und zuletzt ist da noch mein bester Freund, die Ambivalenz. Aber Wahrheit? Ist nicht Wahrheit vollkommen individuell und augenblicklich?

Deshalb schreibe ich Romane – sie lassen mir die Freiheit zu allem, was mir wichtig ist, etwas zu sagen, laut zu denken und zu widerlegen – ohne den geringsten Anspruch an Wahrheit zu stellen – und doch wahrhaftig zu sein.

Spiritualität ohne Gott und Glauben

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“Spirituelles Empfinden ist nicht zwingend an eine Heilslehre oder einen Glauben gebunden. Spiritualität ist eine Fähigkeit, die Welt mit dem Geist zu durchdringen. Dabei ist das Augenmerk vor allem auf die geistige Verbindung zu transzendentalen Dimensionen oder auf das Jenseits gerichtet.” Hugo Stamm

Wenn wir der Menschheitsgeschichte etwas Aufmerksamkeit schenken, dann ist es ein Leichtes zuzugeben, dass sowohl das Verständnis für Gott, um einen einfachen Begriff für etwas unfassbares zu nennen, als auch die Spielregeln darum herum sich laufend verändert haben. Woher nehmen wir den Mut, das heutige Verständnis als etwas Nachhaltiges zu bezeichnen?

Ein Ausschnitt aus meinem Roman “IRRTUM 2012″.

Saphe zupft Sophia am Arm und sagt aus heiterem Himmel: »Glaubst du an Gott?« Die ultimative Frage.
Sophia muss Saphe jetzt ernst nehmen: »Saphe, ich habe eine Vision von Gott. Ich kann das aber schlecht in Worte fassen. Es ist nicht das Bild von dem strahlenden Herrn auf dem Thron oder das buchstäbliche Aufblitzen eines blendenden Lichtstrahls. Es ist Mensch, Baum, grün, rot, weich, hart, lang, kurz, Atom, All. Okay?«
»Sì.« Saphe schliesst die Augen, Sophia fühlt sich schwach in ihrer Argumentation.
»In dem Moment, indem ich es in Worte fasse, stimmt es nicht mehr. Es ist der Strom des Lebens, das Wesen, der Moment. Wenn du mich bittest, dir Gott zu zeigen, dann kann ich auf alles zeigen, was ist und doch geht es weit darüber hinaus.«
Saphes große, leuchtenden Augen sind plötzlich weit aufgerissen.
»Und das Böse?«
Sophia denkt nach und sinniert dann vor sich hin: »Wenn Gott Liebe und Leben ist, dann entsteht das Böse durch die Abwesenheit davon, so wie Dunkelheit durch die Abwesenheit von Licht entsteht.«
Die italienische Tunesierin lächelt.
»Bin ich zu kompliziert, Saphe?«
»No«, sagt sie bestimmt und selbstbewusst. Im selben Augenblick dreht sie den Kopf zur Seite und macht Anstalten zu gehen.
»Saphe, woher hast du eigentlich die Narbe an deinem Kinn?«
»Von meinem Vater«, sie küsst Sophia auf die Stirn, ohne ein weiteres Wort, und verschwindet im oberen Stock.

Shortcut zu “IRRTUM 2012″ Ein Roman

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“IRRTUM 2012 – Das literarische Kontrastprogramm zu Emmerichs Blockbuster 2012 im Kino.” Buchtipp Radio 32

Geschickt verwebt die Roman-Autorin berührende menschliche Schicksale mit dem aktuellen Weltgeschehen. Sie lässt die Leser teilhaben an den Zweifeln einer tiefverletzten Frau und eines begnadeten Wisenschaftlers und zeigt einfühlsam auf, wie die beiden ihren Weg finden. Als Schauplätze des realen existenzbedrohlichen Geschehens wählt sie Europa, den Nahen Osten und die USA.

www.kummliverlag.ch

Roland Emmerich und das Jahr 2012

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Der apokalyptische Blockbuster “2012″ von Roland Emmerich löst nicht nur in den Staaten einige Diskussionen aus. Vielen Menschen haben Angst. Und wenn die Welt nicht tatsächlich vermehrt mit Naturkatastrophen aller Art zu kämpfen hätte, dürften wir den Thriller ohne Weiteres geniessen – ist ja wirklich nicht schlecht, wie die das in Hollywood wieder geschafft haben, alle Achtung.

Allerdings lenkt die Diskussion über Sinn und  Unsinn von Emmerichs Apokalypsestreifen vom eigentlichen Thema ab – dem Mayakalender. Viel interessanter sind dessen Hinweise zur Evolution aller Existenz, und heute allem voran aktuell, des menschlichen Bewusstseins mit all den Konsequenzen einer sozialen und ökonomischen Transformation.

Der Mayakalender (MC) prophezeit keineswegs Untergangsszenarien, weder durch Flut, noch durch Vulkane oder Erdbeben und auch nicht durch Ausserirdische. Das heisst wiederum nicht, dass wir nicht von dem einen oder anderen Phänomen heimgesucht werden – nur sagt das der Kalender nicht. Der MC ist ein System gequantelter Zeit, unterschiedliche Zyklen die übereinander laufen, und zeigt auf, in welchen Rhythmus das Leben auf der Erde sich entwickelt hat und tut. Er beginnt beim Urknall und endet in diesem Jahrzehnt. Diese gequantelte Zeit, die im gregorianischen Kalender in Zeitperioden abbildbar ist, ist durch den Einfluss verschiedener Energien und Kräfte geprägt, die das Potential des Wachstums und der Entwicklung massgeblich beeinflussen – ein grosser Plan für die Evolution – eine ergänzende Perspektive zu Darvins Evolutionstheorien.

Das ganze System dieser gequantelten Zeit ist sehr komplex und ineinander greifend. Am bekanntesten sind die 9 Unterwelten des MCs, die man sich am besten als 9 unterschiedliche Entwicklungsphasen vorstellen kann. Höchst interessant ist, dass diese 9 grossen Entwicklungsschritte zwar sequentiell begonnen haben, jedoch alle zusammen enden, so wie dies bei den Pyramiden der Maya durch ihre Architektur mit den 9 aufeinanderliegenden Stufen metaphorisch dargestellt ist. Das heisst, dass Gewonnenes nicht verloren geht sondern lediglich ein Potential dazukommt, welches bis zum Beginn der nächsten Unterwelt überragende Kraft ausübt.

Nur was heisst es denn, auf der letzten Stufe anzukommen? Wir befinden uns nun in der 8. von den 9 Unterwelten. Diese Periode wird von der Informationstechnologie beherrscht. Die letzte Unterwelt beginnt im Frühling 2011 und ist die Stufe für Spiritualität und Transformation. Was wir davon erwarten können, wissen die Götter. Ende 2011 läuft der Kalender nach den Berechnungen von Dr. Calleman aus. Das Ende bedeutet jedoch gemäss der Maya-Ältesten nicht das Ende der Welt, sondern das Ende dieser Entwicklungszyklen. Mit anderen Worten, soll das menschliche Bewusstsein in eine Form kommen, wo Harmonie und Frieden, wenn dann einmal durchgesetzt, im Denken, Reden und Handeln sukzessiv übergewichtig werden – und das soll eine anhaltende Phase sein.

Wunschdenken oder wahnhafte Phantasien – wer weiss das schon. Fakt ist, dass es zurzeit nicht nach Liebe, Frieden und Eierkuchen ausschaut. Aber auch das sagen die Maya voraus. Der MC erzählt vom grossen Chaos vor der Transformation oder von einem schmerzvollen Geburtsprozess. Mit gefällt Callemans Gedanke vom “reset button”.  Da wird sowohl im flüchtigen Speicher als auch auf der Festplatte mächtig Ordnung gemacht.

Wir bewegen uns also tatsächlich zurzeit in der zweitletzten Unterwelt und die letzte steht uns bevor. Der MC spricht von einem “Shift” des Bewusstseins in der Art und Weise, dass die linke Hirnhälfte ihre Dominanz an die rechte abgeben wird, dass die westliche Hemisphäre die Macht verliert. Dr. Carl Calleman ist ein respektierter Wissenschaftler in diesem Bereich, und wenn man seine Studien betrachtet, seine Bücher liest und seine Aussagen überprüft, dann wird klar, dass hierarchische Strukturen liberaleren weichen müssen, der Dollar zusammen mit den USA die Macht verlieren und die Wirtschaft solange in Krisenzyklen drehen wird, bis die Spielregeln geändert werden. Soziale Ethik und Nachhaltigkeit  werden die neuen Key Success Factors werden, sagt Calleman.

Ob wir das noch erleben – je nach dem, vielleicht aber auch nicht. Das ist allerdings nicht der Punkt. Massgebend ist doch, dass unsere Generation gerade die Software für das neue Programm der Menschheit entwickelt – unsere Gedanken, unsere Visionen, unsere neuen Werte – unabhängig von Dogmen und Gesetzen. Ich meine nicht, dass wir keine Gesetze brauchen; nur um die neue Welt zu gestalten, sollten wir sie zwar im Auge behalten, uns jedoch nicht daran verbeissen.

Falsch wäre es, auf den grossen Knall im eigenen Bewusstsein zu warten. Da kommt nichts auf uns zu, nimmt uns bei der Hand und führt uns unter das Tor des goldenen Regens. Wir müssen selbst aufbrechen – jeder für sich in seinem Umfeld, mit seinen Möglichkeiten und in seiner Verantwortung. Jeder von uns hat eine Rolle, bei der er seine innerste Überzeugung einfliessen lassen kann. Mich stört der Gedanke nicht mehr, dass ich nur ein kleines Staubkorn auf einer unendlichen Zeitkurve bin – denn ich habe endlich begriffen, dass alle Staubkörner zusammen, die Menschheit verkörpern und dass das Hier und Jetzt der Samen für die Zukunft ist – von wegen, es macht keinen Sinn, für menschliche Bedürfnisse vor Macht und Geld zu plädieren.

Und wenn ich mit meiner Tochter spiele, mich an ihrem Lachen und Quietschen labe, dann ist mir glasklar, wofür ich mich entscheide.

Vom Herzen, Monica Camuglia, Roman-Autorin