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LiebeWille – das Zauberwort für Verantwortung und Nachhaltigkeit

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Eine Analytische Betrachtung der Liebe, ganz nüchtern betrachtet.

You are what your deep, drivng desire is. As your desire is, so is your will. As your will is, so is your deed. As your deed is, so is your destiny. Brihadaranjaka Upanishad IV.4.5

<Du bist, was Dein tiefster innerer Wunsch ist. Dein Wille richtet sich nach Deinem innersten Wunsch, die Tat nach dem Willen und das Schicksal nach Deinen Taten.>

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Psychosynthese, begründet von Roberto Assagioli, Florenz 1970 – UND – Psychoenergie begründet von Angelika Reutter, Zürich 2011

Literatur: Typologie der Psychosynthese, Die 7 Grundtypen, Robert Assagioli, Deutsche Übersetzung 1992 / Werde was du bist, Selbstverwirklichung durch Psychosynthese, Piero Ferruci, 1986 / Die Schulung des Willens, Grundlagen der Psychosynthese, Roberte Assagioli, 10. Auflage 2008

Im Zentrum der Psychosynthese ist der WILLE. Das Herzstück der Psychoenergie ist die Herzenskraft. Der Begriff LiebeWille gibt es in beiden Konzepten. Aber die treibende Kraft kommt bei der Psychosynthese aus dem Kognitiven und bei der Psychoenergie aus dem Herz-Chakra, oder dem Nervenzentrum im Solar Plexus. Die Psychoenergie baut auf der Psychosynthese auf und ergänzt mit dem spirituell fernöstlichen, aber aus der Jesus-Liebe im Christlichen, der Tiefenkraft aus dem Herzen. Liebe ist Gott, Gott ist Liebe.

Psychosynthese

Assagioli schreibt bereits in den 80iger Jahren:  Der psychische  Zustand des heutigen Menschen liegt im Vergleich zu den Menschen im Altertum weit unter dem materiellen und technischen Zustand, was letztendlich Ursache des heutigen desolaten Chaos ist.

Wir haben zwar Macht über Natur erworben, aber in seinem Wissen über sein inneres Wesen ist es sehr eingeschränkt. Der moderne Magier ist zwar fähig auf den Grund des Meeres zu tauchen und auf dem Mond zu landen, aber er weiss wenig was in der Tiefe seines Bewussten vor sich geht. Er ist unfähig mit seinen Gefühlen, Impulsen und Begierden fertig zu werden, so dass sie sein dürfen, ohne einen Schaden anzurichten.

Die Kluft zwischen dem Äusseren und dem Inneren sind für viele Denker und Dichter die Ursache für  das individuelle und das kollektive Übel, die unseren Zivilisation heimsuchen und ihre Zukunft bedrohen.

Das Leben ist reicher, weiter und anregender, aber gleichzeitig komplizierter und anstrengender geworden. Das schnell zunehmende Tempo, die unüberschaubaren Möglichkeiten, die es für die Befriedigung der Wünsche gibt und das komplizierte, wirtschaftliche Getriebe, in das es den Menschen verstrickt hat, stellen immer eindringlichere Anforderungen an seine Energie, seine mentalen Funktionen, seine Gefühle und seinen Willen.

Assagiolis vorgeschlagenen Gegenmassnahmen sind:

1.       Entschleunigung der Aktivitäten

2.       Entschlackung der Komplexität

3.       Entwicklung der inneren Kräfte

Assagioli (1888-1974), der Gründer der Psychosynthese, sieht im Willen die zentrale konstruktive Kraft, welche Intuition, Antriebe, Gefühle und Vorstellungen des Menschen zu einer ganzheitlichen Entwicklung des Selbst lenkt. Drei wesentliche Schritte lernen uns, den Willen fokussiert einzusetzen.

1.       Erkennen, dass es ein Wille existiert

2.       Erkennen, dass man einen Willen hat

3.       Erkennen, dass man Wille ist

MC: Beim Lesen unterschiedlicher Literatur sind mir zusammengefasst folgende Zitate aufgefallen.

Ich denke, also bin ich.

Zitat René Descartes, Philosophe, Mathematiker und Naturwissenschaftler, 1596-1650

Ich fühle, also bin ich.

Zitat, Antonio R. Domasio, Neurowissenschaftler 1944-ff

Ich will, also bin ich.

Zitat Proffessor Calò, Encyclopeida Italiana (darauf referenziert sich Assagioli) … ca. 17. Jrh.

MC: Das eine schliesst das andere nicht aus. Man könnte die drei ohne weiteres aneinander hängen: Ich denke, ich fühle und ich will, also BIN ICH.

Weitere Textstellen aus „Die Schulung des Willens“:

Schönheit, Freude, Will sind Erfahrungen, die schwer zu beschreiben sind. In einem bestimmten Augenblick, hat man ein lebendiges, unverkennbares inneres Erlebnis von seiner Realität und Natur.

Die Entdeckung des Willens in uns selbst führt zur Entdeckung unseres lebenden Selbst, das mit der Kraft ausgestattet ist zu wählen, sich in Beziehung zu setzen, uns Veränderungen in seiner eigenen Persönlichkeit, in anderen und in Umständen zustande zu bringen. Diese vergrösserte Bewusstheit, dieses Erwachen und diese Vision neuer, unbegrenzter Möglichkeiten für eine innere Erweiterung und für äusseres Handeln geben ein neues Gefühl von Vertrauen, Sicherheit, Freude – ein Gefühl von Ganzheit.

Der Wille hat einen leitende und eine regulierend Funktion; er gleicht aus und benutzt auf konstruktive Weise alle anderen Tätigkeiten und Energien des Menschen, ohne irgendeine von diesen zu unterdrücken.

Wille = Steuermann des Schiffes, er kenn den Kurs, die Strömungen, die Winde und die Wellen und kommt trotzdem zum Ziel.

Psychologische Funktionen

Wir unterscheiden zwischen acht unterschiedlichen, psychologische Funktionen, wobei die achte, der Wille, die stärkste ist, wenn es um die aktive Gestaltung des Lebens geht. Und es gebührt ihm deshalb eine besondere Aufmerksamkeit für die Schulung:

1.       Empfindung (kalt, warum, hell, dunkel)

2.       Gefühl (Freude, Trauer, Wut, Schönheit)

3.       Emotion (Ärger, Eifersucht, Stolz, Bewunderung)

4.       Impuls (Lust, Verlangen, Ekel, Angst)

5.       Imagination (Vorstellungskraft)

6.       Denken (vergleichen, rechnen, strukturieren, vernetzen)

7.       Intuition (zukunftsorientiertes Vorstellungsvermögen, Ausblick, Weitsicht)

8. Wille (die Kraft zu wollen)

Einem Willen geht eine bewusste oder unbewusste Entscheidung voraus. Ohne diesen Impuls, bleibt er aus. Allerdings kann der  Impuls aus dem Unbewussten gesteuert werden, oder eine Reaktion auf einen Instinkt sein. „Der Wille zu überleben, der Wille zu fliehen…

Bei den Bewusstseinsfeldern unterscheiden wir zwischen dem tieferen, dem mittleren und dem höheren Unbewussten. Dem Feld des Bewusstseins, das bewusste SELBST, das transpersonale SELBST und das kollektive Unbewusste (visuelle Darstellung in „Die Schulung des Willens“, Assagioli, Seite 22).

Aspekte im Entwurf des Willens

Wir betrachten nun den Willen aus unterschiedlichen Perspektiven.

Der starke Wille – steht für die Kraft des Wollens.

Der geschickte Wille – steht für die Klugheit und die Geschicklichkeit des Wollens

Der gute Wille – steht für Liebe, Mitgefühl und Ethik

Der transpersonale (spirituelle)Wille – steht für die Bewusstheit für das Ganze

Eigenschaften des Willens

1.       Dynamik, Intensität (zwischen viktorianischem Willen und zügelloser Spontanität)

2.       Beherrschung, Kontrolle, Disziplin (zur Regulierung anderer psychischer Funktionen)

3.       Konzentration, Zielbewusstsein, Aufmerksamkeit (Bündelung der Energie)

4.       Entschlossenheit, Entschiedenheit, Unerschütterlichkeit (Straffung eines Prozesses)

5.       Beharrlichkeit, Ausdauer, Geduld (fördert Durchhaltevermögen langatmiger Aufgaben)

6.       Initiative, Mut, Wagemut (unkonventionelle, furchtlose Entscheidungen)

7.       Organisation, Integration, Synthese (Zusammenspiel aller psychischen Funktionen und Willes- Eigenschaften, Harmonisierung der Ambivalenzen, sowohl als auch in nützlichem Masse ausbalanciert.

Die Vereinigung von LIEBE und WILLE

Eine der Hauptursachen des heutigen Durcheinanders ist der Mangel an Liebe auf Seiten derer, die Willen haben, und der Mangel an Willen bei jenen, die gut und liebevoll sind. Das weist unverkennbar auf die dringende Notwenigkeit der Integration, der Vereinigung von Liebe und Wille.

Arten der Liebe

Selbstliebe

Die Liebe zu sich selbst beschreibt eine wohlwollende Beziehung zu sich selbst, sich annehmen, mit allem was dazu gehört. Es ist eine Liebe, der aller Egoismus fehlt, es ist das Bestreben, das eigene Potential zu nutzen, um ein Leben der höheren Qualität zu leben.

Damit ist nicht das Geltungsbedürfnis gemeint, das aus der Selbstverliebtheit entsteht, wo egozentrische und trennende Aspekte uns treiben: Verlangen nach Vergnügen, Besitz und Herrschaft.

Mütterliche Liebe

Die Mütterliche Liebe ist die Eigenschaft des Opferns, zeigt die willige Hingabe an Schutz und Sorge für das Kind, eine Hingabe, der die erforderliche Selbstverleugnung freudig akzeptiert wird.

Väterliche Liebe

Auch diese Liebe hat die Grundeigenschaft des Opfers, aber in einer anderen Art und Weise. Sie ist ausgelegt auf das Fördern und das Fordern der Nachkömmlinge. Was zuerst in Form von Versorgung angeboten wird, bekommt später eine Form von Autorität und Gehorsam.

Liebe zwischen Mann und Frau

Das ist das komplexeste Wesen der Liebe und führt auch am häufigsten zu Missverständnissen. Unter Eros verstehen wir die Anziehungskraft zwischen Mann und Frau, was das Bedürfnis hervorruft, sich zu verbinden und zu vereinen.

In Wirklichkeit ist die Liebe zwischen Mann und Frau eine Mischung von körperlicher, emotionaler, mentaler und spiritueller Anziehung in einem Verhältnis, das sich bei jeder Beziehung weitgehend unterscheidet und sich im Verlaufe der Zeit ändert.

Die bekanntesten Aspekte der Liebe sind Leidenschaft, Sentimentalität und Idealismus.

Die universelle Liebe

Unter der universellen Liebe verstehen wir die brüderliche Liebe, die altruistische und die humanitäre Liebe. Obwohl diese durch ein Mitgefühl für menschliches Leid erweckt und verstärkt werden können, entstammen sie grundsätzlich einem Gefühl der Identität mit unsren Brüdern und Schwestern oder wie im Beispiel der „franziskanischen Liebe“ oder im Buddhismus beschreiben ist, die Liebe zu allen lebendigen Geschöpfen (Die Kraft zu lieben, Martin Luther King).

Unpersönliche Liebe

Die unpersönliche Liebe ist eine Zuneigung zu Ideen und Idealen. Auch diese Liebe kann zu Hingabe und hochgradiger Selbstaufopferung führen. Nicht selten sind gerade hier fanatische Strömungen festzustellen (fixe Idee).

Die Liebe zu dem Grösseren

Ob wir es Gott oder universelles Wesen nennen, ob wir von kosmischen Geist oder einer höchsten Realität reden, es geht immer um Ehrfurcht, um Verwunderung und Verehrung gegenüber dem wunder Natur, begleitet von einem Drang, sich mit dieser Wirklichkeit zu vereinen.

Dieses Gefühl war in dem Zeitalter und in jedem Land vorhanden und hat die vielen verschiedenen religiösen und spirituellen Traditionen und Formen der Verehrung gemäss den herrschenden kulturellen und psychischen Bedingungen geschaffen.

Die Beziehung zwischen Liebe und Wille

Alle Arten der Liebe haben eine bestimmte Beziehung zum Willen und seinen Aspekten. Im individuellen Leben geht es darum, die persönliche Beziehung unter den persönlichen Umständen zu identifizieren und auszubalancieren. LiebeWille ist die stärkste Form der Lebensenergien.

Liebe und Wille sind beim einzelnen gewöhnlich im umgekehrten Verhältnis vorhanden. Damit ist gemeint, dass diejenigen, bei denen die Liebe vorherrscht, die Tendenz haben, weniger Willen zu besitzen, und dass sie dazu neigen, wenig Gebrauch von dem zu machen, den sie haben, während es denjenigen, die mit einem starken Willen ausgerüstet sind, oft an Liebe mangelt oder sie sogar ihr Gegenteil zur Schau tragen. Dieses universelle Gleichgewicht zwischen Liebe und Willen kann die wesentlichen Unterschiede in der Qualität, der Art und der Ausrichtung der zwei Aspekte selbst noch weiter verstärkt werden.

Die Liebe, die anziehend, magnetisch und mitteilsam ist, neigt dazu, sich zu verbinden und zu vereinen. Auf der anderen Seite hat der dynamische Wille die Tendenz, affirmativ (undifferenziert), trennend und beherrschend zu sein; er neigt dazu, eine Verbindung der Abhängigkeit herzustellen. Und es ist klar, dass diese Unterschiede zu einer wirklichen Gegensätzlichkeit führen können.

Das Prinzip der Synthese

Die Synthese von Liebe und Wille hat eine unentwegte Wachsamkeit, eine beständige Bewusstheit von Augenblick zu Augenblick zur Voraussetzung. Verschiedenen aktuelle spirituelle Bewegungen und Ansätze legen den richtigen Nachdruck auf diesen Punkt. Wachsamkeit und Bewusstheit wurden vor allem im Osten weitgehend erkannt und geübt (Bewusstheit der inneren Gegenwart).

In der Synthese bleibt es nicht in der Beobachtung dessen stehen, was sich in uns selbst und in der Aussenwelt „ereignet“. Sie macht die aktive Einmischung und Verpflichtung des Selbst möglich, das nicht nur ein Beobachter, sondern auch ein Wollender, ein Leiter des Spieles der verschiedenen Funktionen und Energien ist. Dies kann durch die Anwendung des Prinzips der Selbstidentifikation in die Tat umgesetzt werden. Nicht der Kompromiss von Liebe und Wille wird angestrebt, sondern die Synthese LiebeWille.

Der Unterschied zwischen einer solchen Synthese und einem blossen Kompromiss ist fundamental. So ist zum Beispiel der Kompromiss zwischen Enthusiasmus und Depression die Unberührtheit. Die Synthese der beiden jedoch führt zu heiterer Gelassenheit. An einem anderen Beispiel ist der Kompromiss zwischen blindem Optimismus und ängstlichem Pessimismus der praktische Realismus, in der Synthese wandelt es sich in eine klare Sicht der Realität.

Die Polarität zwischen „Geist“ und „Herz“, zwischen Vernunft und Gefühl (Logos und Eros) wird zunächst einmal durch die Erkenntnis ihrer jeweiligen Funktion und des legitimen Handlungsfeldes dieser zwei Funktionen reguliert, so dass keine die andere beherrscht. Darauf kann eine gegenseitige und wachsende Zusammenarbeit und ein gegenseitiges Durchdringen der Leiden folgen, was schliesslich zu einer Synthese führt, die Dante so treffend mit den Worten „intellektuelles Licht voller Liebe“ ausdrückte.

Die Polarität zwischen Empfindsamkeit und Empfänglichkeit (Pathos, weiblich) und Dynamik oder bejahendem Willen (Ethos, männlich), in einem weiteren Sinne kann ebenfalls zuerst durch eine ausgeglichenen Anpassung aneinander beherrscht werden, die dann durch eine schöpferische Synthese ersetzt wird.

Psychoenergie

Angelika Reutter, hat sich in ihrer Vergangenheit intensiv unter vielem anderen mit esoterischen Prinzipien verschiedener Strömungen, zudem mit den Nervenzentren, aus dem östlichen bekannt als die sieben Chakras, weiter mit der Lehre der Psychoanalyse von Carl Gustav Jung und der Geisteswissenschaft der Antroposophie von Rudolf Steinerauseinandergesetzt. Erkenntnisse und eine Fülle von Erfahrungen fliessen in die von ihr begründete Psychoenergie ein.

In der Ursachen-, Wirkungs- und Beziehungserklärung stützt sich Psychoenergie weitgehend auf die Prinzipien der Psychosynthese ab. Hingegen unterscheiden sich die Methoden der Transformation im Wesentlichen dadurch, dass die Lebnesenergien in Drüsen und Nervenzentren der menschlichen Organismus gezielt und systematisch aktiviert, reaktiviert und ausbalanciert werden. Eine ausdrückliche Polarität wird durch ein SOWOHL ALS AUCH, auch bekannt durch den Ausdruck des Einmittens oder Zentrierens ersetzt, ausgegangen vom Hypothalamus, der Herzdrüse über dem Solarplexus.

Aus der Homepage von Angelika www.angelikareutter.ch

Psychoenergie – Therapie ist eine Methode, unbewusste und unterliegende Energiedynamiken – Muster, die den Ausdruck des eigenen Potenzials verhindern – direkt auf der energetischen Ebene zu erkennen, zu differenzieren und zu lösen. Durch eine bewusste, innere Wertehaltung werden die stärksten, gegensätzlichen Lebenskräfte Liebe und Wille in uns zum LiebeWille verbunden. Diese Lebensenergie ermächtigt uns selbst: Mit Freude hören wir auf die Intelligenz der Seele. Sie lehrt uns, mit Herz und Verstand zu denken, zu fühlen, zu wollen und zu handeln.

Aus der Perspektive der Psychoenergie – Therapie, die den Menschen als Ganzes sieht und versteht, erwächst ein lebendiger Zugang zur spirituellen Quelle im Menschen. Aus dieser eigenen, inneren Tiefe schöpfen Psychoenergietherapeutinnen und Therapeuten Vertrauen und Kraft, um mit Zuversicht intensive Wachstumsprozesse zu begleiten. Es ist innerer Auftrag der Psychoenergie – Therapie, unterliegende Energien und ihr Potenzial zu erkennen, absichtslos zu akzeptieren und den freien Willen des Menschen zu respektieren.

MC: Liebe als zentraler Begriff von Spiritualität wird als reine Empfindung ent-dogmatisiert, personalisiert und individualisiert. In der Überzeugung, dass das Gute in uns steckt, des Göttliche im Menschen, der ein klares Verständnis von Gerechtigkeit, Gleichstellung und Ressourcenverteilung für alles Leben, motiviert Angelika diese innere Schatz in jeden Mensch freizusetzen und der Menschheit zur Verfügung zu stellen. Dieser innere Schatz zeichnet sich aus durch Vertrauen in sich, die andere sowie in das Leben und seine Entwicklung selbst. Die Juwelen sind Gegenwärtigkeit und Achtsamkeit und die Bewusstheit, eine Wahl zu haben, Dinge verändern zu können und die Verantwortung für sich, sein Leben und die persönliche Lebensaufgabe wahrzunehmen.

MC: Mit der Synthese von humanitärer Psychologie, beziehungsweise der Psychosynthese und der spirituellen Kraft von menschlicher und kosmischer Energie, in Form von einer konzentrierten, gezielten und beharrlichen Arbeit mit den Energiezentren im menschliche Organismus ist Transformation effizient und nachhaltig. Programmierung und Umprogrammierung von Mustern und Glaubenssätzen dringen bis in das Zellbewusstsein vor und können kann und zu nachweisbaren Veränderungen im Neocortex, dem jüngst entwickelten Teil des Gehirns, führt. Die Tatsache, dass gerade die Zentren im Gehirn, die für Empfindungen zuständig sind, gemäss aktuellster neurologischer Wissenschaft das schnellste Wachstum ausweisen, lässt vermuten, dass der Mensch, als höchstentwickeltes Wesen evolutionär in einer Ära ist, wo Entwicklungen dieser Art begünstigt sind und offenbar auch die Antwort auf die heutige desolate Situation im Weltgeschehen beinhalten.

Die Lösung aller Fragen, die uns beschäftigen ist LiebeWille, Verantwortung und Nachhaltigkeit.

Zusammenfassung von Monica Camuglia, 14. Februar 2011

Freiheit versus Unverbindlichkeit

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Freiheit versus Unverbindlichkeit ist bereits eine Wertung. Und – ist sie gerechtfertigt, oder ist es ein zu früher Schluss? Ich persönlich plädiere für freie Verbindlichkeit.

Wie oft müssen wir handeln, ohne alle Gründe zu kennen oder die Auswirkungen eben dieses Handelns im voraus begreifen zu können. Und dennoch geschieht es nicht grundlos, wenn wir gerade durch unser Handeln wertend in das eigene Leben und das anderer eingreifen. Und für all das sind wir verantwortlich, ob wir es wahrhaben oder nicht.

Eine Freundin hat mich gestern angerufen. Sie sei verzweifelt, gerade habe sie nach langem Kampf eine fantastische Auftragslage, da laufen ihr zwei Mitarbeiter davon, die es es für die Erfüllung dieser Aufträge dringend gebraucht hätte. Die beiden sind die letzten zwei Jahre in ein neues Thema technisch eingeführt und eingearbeitet worden und als Dank springen sie von dem steil im Wind segelnden Boot ab ins offene Meer, natürlich mit einem Rettungsring für neue Perspektiven. Sie fürchtet, dass das Boot jetzt aus dem Ruder läuft.

Verantwortung, Loyalität und Solidarität sind nicht wirklich die Werte, die zu oberst auf der aktuellen Listen der handelnden Antreiber stehen. Beziehungen werden ohne Warnung und ohne Bemühungen es zu verhindern abgebrochen, Kinder werden von einem Elternteil verlassen und Arbeitgeber wie Arbeitnehmer sind gegenseitig zunehmend unverbindlich.

In solchen Momenten hilft es, wenn wir das grosse Bild anschauen, die Welt und ihre unzähligen Schauplätze des Grauens, dann hört die Verzweiflung meist schnell auf und wir können uns wieder auf die Fülle konzentrieren – in diesem Beispiel auf die wunderbare Auftragslage. Nur das Problem und die Enttäuschung sind deswegen ja nicht beseitigt.

Ich könnte mir vorstellen, dass es weiter helfen würde, die Angelegenheit ganz sachlich zu betrachten und drei Fragen zu stellen:

1. Was können wir als Unternehmen anders machen, dass dies sich in dieser Weise wiederholt?

2. Wie können wir die jetzt fehlenden Kompetenzen möglichst bald ersetzen?

3. Was können wir beeinflussen und womit müssen wir uns abfinden?

Darüber hinaus können wir uns mit dem Zeitgeist der Unverbindlichkeit befassen. Das Verhalten der beiden Männer ist ja nicht etwa eine Ausnahme – sondern viel mehr der Normalfall. Ein Zeitgeist löst den anderen ab. Die Verbindlichkeit der Normen und Dogmen, die immer noch weit zu übertrieben ist und auf der Gesetzesseite zunehmend schlimmer wird, provoziert geradezu eine Bewegung in Richtung Befreiung und Unverbindlichkei. Denn es ist ein Widerspruch zu der so gross postullierten Freiheit. Das ist schon in Ordnung und entspricht dem evolutionären Status Quo des Menschen, der letztendlich mehr Verantwortung übernehmen möchte – auch wenn es gerade daran weitgehend noch scheitert. Aber warten wir es ab und leben wir es in der Zwischenzeit vor…

Ich glaube, ohne Verbindlichkeit werden wir auseinander fallen und zerfallen und teilweise findet das ja auch in signifikanter Weise statt. In erster Linie denke ich an die traditionellen, sozialen  Gemeinschaften. Da wir die Zufluchtsorte wie Religion, Familie und Dorfvereine aufbrechen, ist erst einmal für viele keine Alternative da. Die Mega-Party’s für junge und jung Gebliebene kann ich mir langfristig nicht als Kraft spendende und nachhaltige Alternative vorstellen. Aber was wird zukünftig sein?

Mit wem führen wir uns noch verbunden und können wir existieren ohne diese tiefen Halt. Ich persönlich glaube wir können es nicht. Ich glaube, dass wir einander brauchen und eine neue Form von Verbundenheit lernen dürfen – diejenige die frei ist, nicht etwas durch Dogmen der Religionen oder zwanghaften Forderungen wie sie in Familien manchmal zu beobachten sind.

Aus freien Stücken bei der Familie bleiben, auf freien Stücken beim Partner bleiben, aus freien Stücken in einer Gemeinschaft bleiben und aus freien Stücken lieben und Verantwortung  übernehmen, aus freien Stücken meditieren oder beten – für sich selbst und für andere. Wenn wir den Verstand, wo auch unser Gewissen seinen geheimen Ort hat, mit dem Herzen verbinden, dann ist Verbindlichkeit kein Opfer mehr, sondern eine Selbstverständlichkeit. Und trotzdem werden uns noch Mitarbeiter, Partner und Freunde den Abschied ankündigen. Was aber ausser Bedauern, Verzweiflung und unter Umständen Trauer und vorübergehender Ohnmacht auch entsteht, ist Raum für Entwicklung.

Der einzige Tyrann, den ich in dieser Welt anerkenne, ist die leise innere Stimme.

Mahatma Gandhi

Irrtum 2012 – Interview Teil 3/3

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(Fortsetzung von 15. Februar 2010)

Journalistin Blog 2012: Was macht Sie glauben, dass Transformation stattfindet? Innere oder äußeres Erleben? Eigenes Unbehagen, die politisch-ökonomischen Entwicklungen auf der Welt, Erlebnisse, Autoren, Visionen oder Eingebungen?

Autorin (MC) : Ich glaube gar nichts, wenn die den dogmatischen Glauben ansprechen. Jede Art von Glauben hindert uns Menschen den eigenen Geist wach zu halten, um sich vor Täuschung und Selbsttäuschung zu schützen. Sie fragen hier keinen Maya-Anhänger, sondern eine Roman-Schriftstellerin, die sich mit dem, was sie schreibt, intensiv auseinandersetzt. Aber ich gebe zu, dass die Thesen von Dr. Calleman über den Maya Kalender aus meiner Sicht sehr viel Sinn machen und viele meiner persönlichen Fragen beantwortet haben. Ich gebe auch zu, dass mich das Auseinandersetzen mit dem Maya Kalender, allem voran dem grossen Bild, persönlich verändert hat.

Journalistin: Was mich interessiert: Woher kommt das Vertrauen in eine völlig fremde Kultur – eine untergegangene Kultur – niemand mehr da, dem man fragen kann, den man mit den eigenen wachen Sinnen erleben kann. Warum glaubt man nicht mehr der Denkweise der eigenen Eltern oder Großeltern (man hört ihre Stimme, ihren Ausdruck, hat ein Bild davon, wie sie wirklich leben) – sondern der einer verstorbenen und weit entfernt gelebt habenden Gruppe von Menschen? Menschen, die zum Beispiel nach allem was wir wissen, regelmäßig ihre Mitmenschen als Götteropfer dargebracht haben?

MC: Das kann ich pauschal nicht beantworten. Ich bin in meinem Leben immer wieder auf reife aber auch junge Menschen gestossen, die für mein Verständnis sehr weise waren. Mir fällt das z.B. bei meiner sizilianischen Schwiegermutter auf. Sie hat keine Bildung, unterwirft sich bedingungslos dem Mann und weiss trotzdem auf gewissen Fragen kluge Antworten, für die ich mindestens 5 Bücher lesen musste, bis ich die selben Erkenntnisse hatte. Auch in der alten Literatur finden wir unzählige Stellen, die das gleiche oder ähnliches vertreten. So gesehen war dieses Wissen um Geburt, Leben, Tod und Wandel seit Menschengedenken vorhanden. Ich denke, wir haben vor lauter Konzepten und Methoden einfach vieles vergessen, was uns Menschen ausmacht. Und jetzt geht es darum, das Gute davon wieder freizusetzen. Es geht auf keine Fall darum, die Maya zu verherrlichen oder über andere Weisheiten zu erheben, es geht darum, wieder Sensibilität für Fragen und Antworten zu entfalten, die nicht rein rationaler Natur sind.

Journalistin: Alles, was man weiß, beruht auf teilweise erhaltenen Schriften und Interpretationen – das ist spannend und inspirierend – aber dem inbrünstig folgen?

MC: Das muss man gar nicht. Es reicht vollkommen, wenn man sich und das Umfeld wieder neu wahrnimmt, achtsam ist, bewusst wird, bewusst wählt und die eigenen Potentiale freisetzt. Ich orientiere mich persönlich mehr am Wissen der Psycho-Energie als an irgendeinem Glauben. Psycho-Energie erforscht psycho-dynamische Strukturen unserer Zeit und Gesellschaft, ihre Energiequellen und ihre Wirkungen in Körper, Seele und Geist. Das scheint mir persönlich der bessere Weg, für die eigene Entwicklung. Der Mensch von heute und morgen will nicht nach Anleitung leben, sondern verstehen und einen individuellen Zugang zu Spiritualtität finden. Und genau damit befasst sich diese wissenschaftliche Disziplin.  Ich meine, zum Beispiel um Gott und Christus weben sich tausend Geschichten, Lieder, Bilder – Feste wie Weihnachten. Und trotzdem tun sich viele schwer, daran zu glauben und vor allem danach zu leben. Die Interpretationen sind doch häufig pragmatisch.

Journalistin: Also die Frage muss lauten: Hat man verlernt zu glauben oder glaubte man bisher einfach das Falsche?

MC: Für mich ist die Frage, ob Vertrauen nicht besser ist als Glauben. Das Vertrauen auf Entwicklung, dass alles seinen Sinn hat und alles Transformation ist, hat mindestens mich im Leben weitergebracht. Ich habe Demut vor der Schöpfung entwickelt ohne die Wichtigkeit des Individuums und dessen Selbstverantwortung zu verkennen. Denn das, was wir, die Individuen, denken, sprechen und tun – schafft Zeitgeist und Gesellschaft und kreiert Realität.

Journalistin: Kommen Ihnen manchmal Zweifel an diesen Prophezeiungen (Transformation 2012) zu 2012?

MC: Was heisst hier Zweifel :-) Ich halte persönlich nichts von diesem Stigma um den 21.12.2012. Mein Roman heisst ja auch IRRTUM 2012. Aber ich bin überzeugt, dass wir in einem Wandel sind. Wie schnell oder langsam der sich vollzieht, entzieht sich sowohl meinen Kenntnissen als auch meinem Wunsch diese Kenntnis zu haben.

Journalistin: Nun haben Sie 2009 einen neuen Roman veröffentlicht. Er heißt “Irrtum 2012″. Wie kamen Sie darauf, einen Roman zum Thema 2012 zu schreiben?

MC: Das fing damit an, dass ich über ein Gespräch zwischen Dr. Dieter Broers und einem Maya-Kenner in YOUTUBE stolperte. Dann kaufte ich Bücher. Und zuletzt war es eines dieser Wunder. Es war mir einfach klar, dass ich das tun wollte, so klar, dass mich alle Widerstände nicht davon abhalten konnten.

Journalistin: Erzählen Sie uns bitte ganz kurz, worum es in dem Roman geht.

MC: Es geht genau um das was wir hier schon ein paar Minuten diskutieren. Was ist an dem Kalender dran? Sophia, die  Hauptfigur, eine Frau Ende 40 steht vor einem Scherbenhaufen und versucht Ordnung in ihr Leben zu kriegen. Der Leser erfährt mit der Figur, wie sich ihr Leben auf unverständliche Weise überwirft und wie sie es schafft, diese dramatischen  Ereignisse in den Kontext des weltweiten Chaos zu setzten. Die Geschichte Sophias zeigt, dass dieser Prozess des Loslassens und Neuordnens sowohl im Kleinen als auch im Grossen stattfindet, sprich Mensch, Natur, Systeme. Aber ich überlasse dem Leser viel Interpretationsraum. Der Roman soll unterhalten, evt. sensibilisieren aber keine Antworten auf irgend etwas geben. Die zweite Hauptfigur ist ein Professor, der sich aus Berufung mit dem Maya Kalender auseinandersetzt. Und dann gibt es ein besonderes Kind aber auch Liebe, Drama und ein klein wenig Philosophie.

Journalistin: Warum siedelt der Roman im Östlichen Mittelmeer?

MC: Der Roman beginnt auf einer verträumten Insel vor Sizilien, rein zufällig könnte man sagen – oder einfach deshalb, weil ich sie kenne und sie sich für das, was ich vor hatte, eignete. Dann spielt er in Zürich, weil ich diese Stadt am besten kenne. Eine Kamera fällt auf den Osten, weil die Ereignisse dort sehr viel mit der politischen Transformation zu tun haben. Das ist aber nicht die einzige Kamera auf turbulente Schauplätze. Eine andere ist auf USA, eine auf Naturkatastrophen und eine auf Pandemien gerichtet.

Journalistin: Sie sind Schriftstellerin und soweit ich es verstanden habe, ist Ihr großes Thema Spiritualität. Was bedeutet das für Sie? Wie kann man sich das vorstellen – spirituell – zu sein?

MC: Mein grosses Thema ist – Menschen, Leben und Entwicklung. Das beschreibt zugleich meine persönliche Spiritualität. Für mich ist es wichtig, dass Spiritualität individuell sein darf. Ich lehne jede dogmatische Haltung ab.

Journalistin: Sind wir zu sehr “down to earth”?

MC: “Down to earth” ist wunderbar – hier findet das Leben und die Entwicklung statt. Ich glaube nicht daran, dass endloses Meditieren uns weiter bringt, obwohl ich regelmässig meditiere. Der berühmte spirituelle Lehrer Jiddu Krishnamurti bringt das wunderbar auf den Punkt (Einbruch in die Freiheit, 30. Auflage 2007) Nirwana ist nicht mein persönliches Ziel – hingegen Herz und ein Blick auf die Fülle in uns und um uns, erfüllen mich zunehmend.

(Ende) Read more

KNV listet den Roman “Irrtum 2012″

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Der Marktführer im logistischen Buchgrosshandel Koch, Neff & Volckmar GmbH nimmt den Roman “Irrtum 2012″ von der Autorin Monica Camuglia grosszügig in sein Angebot auf und bietet das Buch ab Lager an.

Keine Erklärung ist die ganze Wahrheit

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Sei achtsam mit Erklärungen; denn was erklärt werden kann, ist nie die ganze Wahrheit.

Aus Die Wahrheit ist ein pfadloses Land von Jiddu Krishnamurti, Aquamarin Verlag 2001.

Ich bin gestern gefragt worden, ob ich Lust hätte, ein Sachbuch zu schreiben. Ich verneinte in erster Linie aus dem Grund, weil ich die Wahrheit nicht kenne und daher keine nachhaltige Grundlage habe, um mich in einem Sachbuch festzulegen. Ich verfüge über ein wenig Wissen; aber warum es gerade dieses ist und nicht jenes, hat nur teilweise mit meinem Hintergrund zu tun. Meine reichhaltigen Erfahrungen verbinde ich kontinuierlich mit diesem geringen Wissen und manchmal passt nicht einmal das zusammen. Dann gibt es noch die Gefühlswelt, mit ihren Emotionen, Instinkten und Intuitionen, die mir oft mehr sagt, als das Wissen und die Erfahrungen zusammen – und doch nicht voneinander trennbar sind. Und zuletzt ist da noch mein bester Freund, die Ambivalenz. Aber Wahrheit? Ist nicht Wahrheit vollkommen individuell und augenblicklich?

Deshalb schreibe ich Romane – sie lassen mir die Freiheit zu allem, was mir wichtig ist, etwas zu sagen, laut zu denken und zu widerlegen – ohne den geringsten Anspruch an Wahrheit zu stellen – und doch wahrhaftig zu sein.

Spiritualität ohne Gott und Glauben

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“Spirituelles Empfinden ist nicht zwingend an eine Heilslehre oder einen Glauben gebunden. Spiritualität ist eine Fähigkeit, die Welt mit dem Geist zu durchdringen. Dabei ist das Augenmerk vor allem auf die geistige Verbindung zu transzendentalen Dimensionen oder auf das Jenseits gerichtet.” Hugo Stamm

Wenn wir der Menschheitsgeschichte etwas Aufmerksamkeit schenken, dann ist es ein Leichtes zuzugeben, dass sowohl das Verständnis für Gott, um einen einfachen Begriff für etwas unfassbares zu nennen, als auch die Spielregeln darum herum sich laufend verändert haben. Woher nehmen wir den Mut, das heutige Verständnis als etwas Nachhaltiges zu bezeichnen?

Ein Ausschnitt aus meinem Roman “IRRTUM 2012″.

Saphe zupft Sophia am Arm und sagt aus heiterem Himmel: »Glaubst du an Gott?« Die ultimative Frage.
Sophia muss Saphe jetzt ernst nehmen: »Saphe, ich habe eine Vision von Gott. Ich kann das aber schlecht in Worte fassen. Es ist nicht das Bild von dem strahlenden Herrn auf dem Thron oder das buchstäbliche Aufblitzen eines blendenden Lichtstrahls. Es ist Mensch, Baum, grün, rot, weich, hart, lang, kurz, Atom, All. Okay?«
»Sì.« Saphe schliesst die Augen, Sophia fühlt sich schwach in ihrer Argumentation.
»In dem Moment, indem ich es in Worte fasse, stimmt es nicht mehr. Es ist der Strom des Lebens, das Wesen, der Moment. Wenn du mich bittest, dir Gott zu zeigen, dann kann ich auf alles zeigen, was ist und doch geht es weit darüber hinaus.«
Saphes große, leuchtenden Augen sind plötzlich weit aufgerissen.
»Und das Böse?«
Sophia denkt nach und sinniert dann vor sich hin: »Wenn Gott Liebe und Leben ist, dann entsteht das Böse durch die Abwesenheit davon, so wie Dunkelheit durch die Abwesenheit von Licht entsteht.«
Die italienische Tunesierin lächelt.
»Bin ich zu kompliziert, Saphe?«
»No«, sagt sie bestimmt und selbstbewusst. Im selben Augenblick dreht sie den Kopf zur Seite und macht Anstalten zu gehen.
»Saphe, woher hast du eigentlich die Narbe an deinem Kinn?«
»Von meinem Vater«, sie küsst Sophia auf die Stirn, ohne ein weiteres Wort, und verschwindet im oberen Stock.

Hugo Stamm: “Jesus machte sich schnell davon”

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In seiner gewohnt kritischen und manchmal etwas ketzerischen Art schreibt Hugo Stamm eine Weihnachtsgeschichte. Ich finde sie nicht schön, aber gut. Nur der letzte Satz stösst bei mir auf Widerstand.

“Jesus erhob sich und machte sich schnell davon.”

Wer auch immer Jesus von Nazareth war, er wäre wohl kaum davon gelaufen. Das hat er schon damals nicht getan und da ging es zuletzt um sein Leben. Dieses “davon laufen”passt doch viel eher zu unserer Zeit. Davon laufen vor sich selbst, vor den Problemen, von den Familien ist doch eigentlich eine der Grundursachen unseres aktuellen Chaos. Hedonismus und Narzismus stehen gesellschaftlich vor allen anderen Werten. Nur das sind destruktive Werte und sorgen bereits heute dafür, dass einiges heute Geltende zerfallen wird – um Neuem Raum zu geben. Alles ist Entwicklung. Was es auch immer ist, sei das die eigene Persönlichkeit, die Beziehungen zu den Geliebten, zu der Gemeinde, dem Staat, den anderen Staaten, den anderen Kulturen – einfach alles. Unsere Beziehung zu uns selbst und zu den Mitmenschen bildet die Gesellschaft – eine Gesellschaft mit dem Vorzeichen des aktuellen Zeitgeistes. Das sind wir. Das bedeutet doch auch, dass wir es in der Hand haben, wohin wir steuern. Vielleicht gefällt uns unsere Rolle und unserer Umstände nicht, die wir in dieser winzigsten Zeiteinheit mit unserer irdischen Präsenz füllen – passt ja auch nicht in jedem Fall zu dem tief verankerten Bedürfnis, etwas besonderes zu sein.

Der heutige Mensch ist geistig frei – auch frei zu entscheiden, die Fülle zu sehen und das Potential zu erkennen. Die Probleme werden kaum kleiner. Die gute Nachricht ist, dass auch Biophysik, Neurologie und Astronomie bestätigt, dass massive Veränderung stattfindet und als Konsequenz oder Bestandteil dieser Veränderung auch das menschliche Gehirn und die DNA mutiert, was wiederum dazu führt, dass sich ein neues Bewusstsein entfalten kann – das könnte man auch so deuten, dass wir morgen Lösungen finden werden, die wir uns gestern noch gar nicht vorstellen konnten. Was ist daran neu? Wenn wir allein Darwins und Planks Thesen in den Kontext der Schöpfungsgeschichte stellen würden, wäre das wirklich eine neue Perspektive? In diesem Sinne wünsche ich Euch einen guten Rutsch und vor allem eine weiche Landung im neuen Jahr.

Roland Emmerich und das Jahr 2012

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Der apokalyptische Blockbuster “2012″ von Roland Emmerich löst nicht nur in den Staaten einige Diskussionen aus. Vielen Menschen haben Angst. Und wenn die Welt nicht tatsächlich vermehrt mit Naturkatastrophen aller Art zu kämpfen hätte, dürften wir den Thriller ohne Weiteres geniessen – ist ja wirklich nicht schlecht, wie die das in Hollywood wieder geschafft haben, alle Achtung.

Allerdings lenkt die Diskussion über Sinn und  Unsinn von Emmerichs Apokalypsestreifen vom eigentlichen Thema ab – dem Mayakalender. Viel interessanter sind dessen Hinweise zur Evolution aller Existenz, und heute allem voran aktuell, des menschlichen Bewusstseins mit all den Konsequenzen einer sozialen und ökonomischen Transformation.

Der Mayakalender (MC) prophezeit keineswegs Untergangsszenarien, weder durch Flut, noch durch Vulkane oder Erdbeben und auch nicht durch Ausserirdische. Das heisst wiederum nicht, dass wir nicht von dem einen oder anderen Phänomen heimgesucht werden – nur sagt das der Kalender nicht. Der MC ist ein System gequantelter Zeit, unterschiedliche Zyklen die übereinander laufen, und zeigt auf, in welchen Rhythmus das Leben auf der Erde sich entwickelt hat und tut. Er beginnt beim Urknall und endet in diesem Jahrzehnt. Diese gequantelte Zeit, die im gregorianischen Kalender in Zeitperioden abbildbar ist, ist durch den Einfluss verschiedener Energien und Kräfte geprägt, die das Potential des Wachstums und der Entwicklung massgeblich beeinflussen – ein grosser Plan für die Evolution – eine ergänzende Perspektive zu Darvins Evolutionstheorien.

Das ganze System dieser gequantelten Zeit ist sehr komplex und ineinander greifend. Am bekanntesten sind die 9 Unterwelten des MCs, die man sich am besten als 9 unterschiedliche Entwicklungsphasen vorstellen kann. Höchst interessant ist, dass diese 9 grossen Entwicklungsschritte zwar sequentiell begonnen haben, jedoch alle zusammen enden, so wie dies bei den Pyramiden der Maya durch ihre Architektur mit den 9 aufeinanderliegenden Stufen metaphorisch dargestellt ist. Das heisst, dass Gewonnenes nicht verloren geht sondern lediglich ein Potential dazukommt, welches bis zum Beginn der nächsten Unterwelt überragende Kraft ausübt.

Nur was heisst es denn, auf der letzten Stufe anzukommen? Wir befinden uns nun in der 8. von den 9 Unterwelten. Diese Periode wird von der Informationstechnologie beherrscht. Die letzte Unterwelt beginnt im Frühling 2011 und ist die Stufe für Spiritualität und Transformation. Was wir davon erwarten können, wissen die Götter. Ende 2011 läuft der Kalender nach den Berechnungen von Dr. Calleman aus. Das Ende bedeutet jedoch gemäss der Maya-Ältesten nicht das Ende der Welt, sondern das Ende dieser Entwicklungszyklen. Mit anderen Worten, soll das menschliche Bewusstsein in eine Form kommen, wo Harmonie und Frieden, wenn dann einmal durchgesetzt, im Denken, Reden und Handeln sukzessiv übergewichtig werden – und das soll eine anhaltende Phase sein.

Wunschdenken oder wahnhafte Phantasien – wer weiss das schon. Fakt ist, dass es zurzeit nicht nach Liebe, Frieden und Eierkuchen ausschaut. Aber auch das sagen die Maya voraus. Der MC erzählt vom grossen Chaos vor der Transformation oder von einem schmerzvollen Geburtsprozess. Mit gefällt Callemans Gedanke vom “reset button”.  Da wird sowohl im flüchtigen Speicher als auch auf der Festplatte mächtig Ordnung gemacht.

Wir bewegen uns also tatsächlich zurzeit in der zweitletzten Unterwelt und die letzte steht uns bevor. Der MC spricht von einem “Shift” des Bewusstseins in der Art und Weise, dass die linke Hirnhälfte ihre Dominanz an die rechte abgeben wird, dass die westliche Hemisphäre die Macht verliert. Dr. Carl Calleman ist ein respektierter Wissenschaftler in diesem Bereich, und wenn man seine Studien betrachtet, seine Bücher liest und seine Aussagen überprüft, dann wird klar, dass hierarchische Strukturen liberaleren weichen müssen, der Dollar zusammen mit den USA die Macht verlieren und die Wirtschaft solange in Krisenzyklen drehen wird, bis die Spielregeln geändert werden. Soziale Ethik und Nachhaltigkeit  werden die neuen Key Success Factors werden, sagt Calleman.

Ob wir das noch erleben – je nach dem, vielleicht aber auch nicht. Das ist allerdings nicht der Punkt. Massgebend ist doch, dass unsere Generation gerade die Software für das neue Programm der Menschheit entwickelt – unsere Gedanken, unsere Visionen, unsere neuen Werte – unabhängig von Dogmen und Gesetzen. Ich meine nicht, dass wir keine Gesetze brauchen; nur um die neue Welt zu gestalten, sollten wir sie zwar im Auge behalten, uns jedoch nicht daran verbeissen.

Falsch wäre es, auf den grossen Knall im eigenen Bewusstsein zu warten. Da kommt nichts auf uns zu, nimmt uns bei der Hand und führt uns unter das Tor des goldenen Regens. Wir müssen selbst aufbrechen – jeder für sich in seinem Umfeld, mit seinen Möglichkeiten und in seiner Verantwortung. Jeder von uns hat eine Rolle, bei der er seine innerste Überzeugung einfliessen lassen kann. Mich stört der Gedanke nicht mehr, dass ich nur ein kleines Staubkorn auf einer unendlichen Zeitkurve bin – denn ich habe endlich begriffen, dass alle Staubkörner zusammen, die Menschheit verkörpern und dass das Hier und Jetzt der Samen für die Zukunft ist – von wegen, es macht keinen Sinn, für menschliche Bedürfnisse vor Macht und Geld zu plädieren.

Und wenn ich mit meiner Tochter spiele, mich an ihrem Lachen und Quietschen labe, dann ist mir glasklar, wofür ich mich entscheide.

Vom Herzen, Monica Camuglia, Roman-Autorin